Mediation ist wie Meditation - es braucht Geduld, bis man es gut kann:)
Liebe Leser*innen,
dies ist bereits der letzte Blog & ich habe Freude daran bekommen!
Beim Rollenspiel vom letzten Morgen gab es für mich kein Aha-Erlebnis, aber einfach die Erkenntnis, dass man Mediation wirklich üben muss und kann. Wir denken oft, wenn man etwas zum ersten Mal macht, muss es schon gut sein als Erwachsene, dabei ist die Mediation ein sehr gutes Beispiel, sich wieder einmal zu sagen, dass man «am Lernen» ist.
Ich habe nicht die Rolle als Mediatorin übernommen, sondern einmal als Beobachterin und einmal als Stadtverwaltung. Wir haben in der Gruppe 2 mal die Mediatoren-Rolle gewechselt und zwischendrin Feedback von Petra bekommen. Dies war sehr hilfreich (Achten auf Phasen und diese abschliessen). Beide Mediatoren haben es meiner Meinung nach sehr gut gemacht, auch wenn es durch die eher unkooperative Rolle des Quartiervereins nicht einfach war, sachlich und schlichtend zu wirken.
Als Beobachterin war ich das erste Mal in dieser Rolle – und habe mich vor allem darauf geachtet, die Phasen anzuschauen, zu unterteilen und wirklich zuerst eine Phase nach der anderen abzuschliessen. Diese Struktur hat der Rolle der Mediatorin sehr geholfen, da es nach aussen geordnet, ruhig und reflektiert wirkt, denn auch als Mediatorin kann man sich im Konflikt «verheddern».
Eine Konfliktsituation in meinem Alltag generell war folgende:
Wir hatten einmal die Konfliktsituation, dass jemand das Fleisch nicht mitbezahlen wollte an einem Grillabend, weil die Person vegetarisch isst. In dieser Situation würde ich mich als Mediatorin zuerst in beide Perspektiven hineinversetzen und verstehen, was die Person wütend und traurig macht. In würde mir bei der Vorbereitung sicherlich auch die Vorgeschichte, das Rechtliche, das Sachliche anschauen bei Bedarf, um wirklich nah am Geschehen dran zu sein und die Interessen der Parteien kennen zu lernen. Die Interessen der Parteien sind im Vorneherein nicht immer noch klar, aber es ist auf jeden Fall ein Muss in jeder Mediation, diese klar zu erkennen und zu benennen, da sonst die Gefahr von kurzfristigen und wenig effizienten Lösungen besteht.
Danke und eine schöne Woche,
Anna
Liebe Anna, es freut mich natürlich zu lesen, dass du Freude am Blog bekommen hast :) Super, wie du Mediation als einen Lernprozess wahrgenommen hast. Besonders spannend finde ich deinen Gedanken, dass man nicht sofort alles perfekt können muss, sondern durch Übung sicherer wird. Auch deine Beobachtung zur Struktur der einzelnen Phasen wirkt sehr konkret und gerade das bewusste Abschliessen einer Phase scheint geholfen zu haben, Ruhe und Orientierung ins Gespräch zu bringen. Interessant fand ich zudem deinen Hinweis, dass sich auch Mediator im Konflikt „verheddern“ können und Struktur deshalb eine wichtige Unterstützung sein kann.
AntwortenLöschenLiebe Grüsse, Rahel
Liebe Anna
AntwortenLöschenDanke für deine Reflexion. Da du nicht Mediatorin warst, habe ich ehrlich gesagt weniger dein Verhalten analytisch betrachtet, sondern dich vor allem als Konfliktpartei im Rollenspiel wahrgenommen. Ich fand wie Rahel spannend, wie du Mediation als etwas beschreibst, das man üben darf und nicht sofort perfekt können muss. Das habe ich im Rollenspiel ähnlich erlebt. Deinen Hinweis zu den Phasen nehme ich als Learning mit: Struktur hilft, damit man sich im Konflikt nicht verheddert.
Liebe Grüsse
Christopher
Hallo Anna
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Ich finde deinen Vergleich zwischen Mediation und Lernen sehr passend. Mir wurde im Rollenspiel ebenfalls bewusst, dass Mediation viel Übung braucht und man nicht von Anfang an alles perfekt machen kann.
Spannend fand ich auch deine Beobachtung zur Bedeutung der einzelnen Phasen. Eine gute Struktur hilft wirklich dabei, Gespräche ruhig und geordnet zu führen.
Vielen Dank
Liebe Grüsse
Tarek
Liebe Anna, ich find es sehr schön, was du zu Beginn sagst mit dem «Lernen». Das ist wohl etwas, dass wir uns immer wieder sagen können. Oft habe ich auch das Gefühl, dass wir als Erwachsene diese Erwartungen zu sehr stellen und uns dadurch unnötig Druck aufbauen und das auch dem «Lernen» im Weg steht. In unserem Rollenspiel hat sich das gut gezeigt und wir konnten lernend auf Petras Feedback reagieren. Die gute Vorbereitung ist sicher Gold wert. Ich finde du zählst hier wichtige Punkte auf und beschreibst es passend!
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